-Max Mannheimer-

Programmformate

Je nach dem zeitlichen Rahmen sowie den Interessen, Voraussetzungen und Wünschen der Gruppe können die Studientage aus verschiedenen Programmbausteinen zusammengesetzt werden. Die Programmgestaltung des Max Mannheimer Studienzentrums erfolgt individuell und in enger Absprache mit den Teilnehmenden bzw. ihren Lehrer/inne/n oder Betreuer/inne/n.

Folgende Programmpunkte stehen dabei zur Auswahl:

> Thematischer Einstieg

Welche Assoziationen weckt der Begriff „Dachau“? Wie unterscheidet sich das KZ Dachau von anderen Konzentrationslagern? Welche politischen Voraussetzungen haben die Errichtung eines Konzentrationslagers überhaupt ermöglicht? Mit Mitteln eigenaktiven und entdeckenden Lernens werden die Teilnehmenden an die Thematik herangeführt und bringen ihre persönlichen Fragen in die Programmgestaltung ein.

> Rundgang KZ-Gedenkstätte

Das Max Mannheimer Studienzentrum liegt ca. 800m entfernt von der KZ-Gedenkstätte. Ein Fußweg dorthin führt am ehemaligen SS-Gelände entlang, heute genutzt von Industriebetrieben und der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Der Rundgang durch die Gedenkstätte beleuchtet die Geschichte des Ortes während und auch nach der NS-Zeit. Im Fokus stehen die Lebensbedingungen der Häftlinge während verschiedener Lagerepochen, die Organisation und Verwaltung des Lagers durch die SS sowie das Verhältnis zwischen dem Lager und seiner Umgebung. Der Gedenkstättenbesuch wird im Rahmen der Programme gezielt vorbereitet und im Anschluss an den Rundgang ausgewertet.

> Besuch im Museum der KZ-Gedenkstätte

Ein Ausstellungsbesuch im Museum der KZ-Gedenkstätte bietet die Möglichkeit, sich gezielt mit thematischen Schwerpunkten auseinanderzusetzen. Die Individualität von Geschichte wird am Beispiel einzelner Häftlingsschicksale verdeutlicht. Auch können vertiefende Kenntnisse erworben werden, etwa zu den Haft- und Lebensbedingungen im Lager, der Bedeutung der Häftlingsgesellschaft, der Rolle der SS, den zahlreichen Außenlagern sowie zu weiteren Themenaspekten. Zahlreiche Exponate, Fotografien und Textquellen in der Ausstellung helfen bei der Recherche.

> Workshops

Die Workshops des Max Mannheimer Studienzentrums ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten der NS-Zeit und thematisieren dabei immer auch den Bezug zur Geschichte des Konzentrationslagers Dachau. Verschiedene methodische Ansätze fördern die individuelle Herangehensweise an die Thematik. Eine Übersicht über das Workshopangebot mit näheren Informationen zu den einzelnen Arbeitsgruppen finden Sie > hier.

> Zeitzeugengespräche

Nur noch wenige Menschen können über ihre eigenen Erlebnisse in der NS-Zeit berichten. Überlebende des Konzentrationslagers Dachau und Menschen, die als Kinder Diskriminierung erfahren haben und verfolgt wurden, weil sie Juden waren oder einen jüdischen Elternteil hatten, die Zwangsarbeit leisten mussten, in Arbeits- und Konzentrationslager verschleppt wurden, führen Gespräche mit Gruppen. Sie erzählen von ihrem Schicksal und ermöglichen durch ihren unmittelbaren Erfahrungsbericht eine Annäherung an das zunehmend historisierte Geschehen.

> Kreative Angebote

Für die Auswertung und Präsentation der Ergebnisse der Studientage, und insbesondere der Workshops, stehen verschiedene kreative Formen zur Auswahl. Neben klassischen kreativen Präsentationsformen, wie der Gestaltung von Plakaten, werden auch multimediale Methoden angeboten. So können die Teilnehmenden mit Hilfe einfach zu bedienender Aufnahmetechnik kurze Audiofeatures herstellen oder sich über kurze Videoclips kreativ mit den jeweiligen Themen auseinandersetzen.

> Gegenwartsbezüge

Gilt der Holocaust heute als Präzedenzfall, als Synonym für Völkermord, oder steht er jenseits jeder Vergleichbarkeit? Welche Lehren hat die Gesellschaft aus dem Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen in der NS-Zeit gezogen? Was geht die NS-Geschichte Jugendliche mit Migrationshintergrund an? Aktuelle Debatten, Themen wie Antisemitismus und Rechtsextremismus und das Engagement für die Menschenrechte werden handlungsorientiert aufgegriffen. Die gemeinsame Entwicklung von Ideen stärkt zivilgesellschaftliche Kräfte und fördert das politische Engagement der jungen Generation.